DIE SAGE VON DER SCHÖNEN MELUSINA, DER AHNFRAU DER LUXEMBURGER GRAFEN   

Vor vielen hundert Jahren lebte auf dem Schlosse zu Körich ein edler Ritter, Graf Siegfried. Dieser verirrte sich einst auf der Jagd und gelangte gegen Abend in ein tiefes, enges, wildverwachsenes Tal. Es war das Tal der Alzet an der Stelle, wo heute Luxemburgs Vorstädte sich malerisch an den Felsen schmiegen. Der Graf sah vor sich den Bockfelsen emporragen und oben auf demselben eine alte, verfallene Römerburg. Plötzlich schlugen Töne eines wundervollen Gesanges an des erstaunten Ritters Ohr. Nachdem der Graf eine Zeitlang dem Gesang gelauscht, eilte er dem Orte zu, woher die Töne erklangen, und bald gewahrte er oben auf den Trümmern der Burg eine Jungfrau sitzen, bei deren Schönheit er wie gefesselt stehen blieb. Es war Melusina, die Nixe der Alzet. Unverwandten Blickes starrte Siegfried nach der überirdischen Erscheinung. Wie die Jungfrau den stattlichen Ritter sah, ließ sie ihren grünen Schleier über das Antlitz fallen und verschwand mit den letzten Strahlen der Abendsonne.

 

 




Von Müdigkeit überwältigt, legte sich Graf Siegfried unter einen Baum nieder und schlief ein. Am anderen Morgen weckte ihn der Gesang der Vögel aus einem seligen Traume. Er erhob sich, folgte dem Laufe des Flusses und befand sich bald in der Gegend von Weimerskirch, die ihm bekannt war, und von wo er der Heimat zueilte.

Die Erscheinung der schönen Jungfrau aber und ihr wundervoller Gesang hatten des Grafen Seele mächtig erfasst; ....

 


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Sources / Quelle 

Nach N. Gonner's Mitteilungen und mündlich

Auteurs :
Texte : Nikolaus Gredt, Sagenschatz des Luxemburger Landes, Luxemburg 1883
Tableau : Iva Mrazkova "Le pacte avec le diable" - Extrait du livre " Les mille et une vies de Mélusine" Luxembourg 2013
Photo : Vitrail de la cathédrale Notre dame de Luxembourg

 


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